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Gemeinsam gegen Einsam!



Aktionsbündnis der katholischen und evangelische Kirchen in Bochum 

Täglich um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr läuten die Glocken der katholischen und evangelischen Kirchen in Bochum.

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam aber dennoch jeder für sich, diese Zeit miteinander zu verbringen.

Vater Unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.


Impuls-Andacht | 08.05.2020

8. Mai Ende des Zweiten Weltkrieges – Tag der Befreiung

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Eine lange Zeit ist seitdem vergangen und dennoch ist die Erinnerung an die Zeit des Krieges, an Zeit der Gefangenschaft oder Flucht bei vielen noch immer lebendig. Zahlreiche Zeitzeugen gibt es, die von dieser Zeit, gerade auch von diesem 8.5.1945, diesem Tag der Befreiung erzählen. Sie erzählen vom Nachhausekommen aus der Evakuierung.



Friedensgebet von 1912 (zugeschrieben dem Hl. Franz von Assisi):

Französisches Original: 
Seigneur, faites de moi un instrument de votre paix.
Là où il y a de la haine, que je mette l’amour.
Là où il y a l’offense, que je mette le pardon.
Là où il y a la discorde, que je mette l’union.
Là où il y a l’erreur, que je mette la vérité.
Là où il y a le doute, que je mette la foi.
Là où il y a le désespoir, que je mette l’espérance.
Là où il y a les ténèbres, que je mette votre lumière.
Là où il y a la tristesse, que je mette la joie.
Ô Maître, que je ne cherche pas tant
à être consolé qu’à consoler,
à être compris qu’à comprendre,
à être aimé qu’à aimer,
car c’est en donnant qu’on reçoit,
c’est en s’oubliant qu’on trouve,
c’est en pardonnant qu’on est pardonné,
c’est en mourant qu’on ressuscite à l’éternelle vie.

Deutsche Übersetzung:
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Wie sie als kleine Kinder zurückkamen in die bombardierten, zerstörten Städte des Ruhrgebiets, wie sie vor Trümmern standen, vor zerstörten Häusern und Wohnungen. Das ehemalige Zuhause nur noch Schutt und Asche. Sie erzählen von vermissten Vätern und Brüdern, um die sie heute noch trauern. Sie erzählen von Vertreibung und Flucht, vom verlorenen Zuhause, von ungewissen Wegen von Zeiten voller Angst, Hunger und Entbehrung. Kinder waren die meisten damals und doch hat sie diese Zeit geprägt. Kriegserfahrungen sitzen tief, schmerzen heute noch, verfolgen viele noch in ihren Träumen. Kriegserfahrungen prägen Menschen, prägen Generationen bis heute.

Günter Kunert hat 1949 ein Gedicht verfasst das heißt: Über einige Davongekommene

Als der Mensch aus den Trümmern

seines bombardierten Hauses hervorgezogen wurde, 

schüttelte er sich und sagte: 

Nie wieder. - Jedenfalls nicht gleich.

Nie wieder! Das haben 1945 sehr viele Menschen gesagt. Nie wieder soll es zu solch unnötigem Leiden und Sterben kommen. Nie wieder sollen Millionen von Menschen durch Gewaltherrschaft unterdrückt werden und umkommen. Nie wieder angesichts der Juden, der Sinti und Roma, der Kommunisten und aufrechten Menschen, die in Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind. Nie wieder angesichts des Leids und der Trauer, die der Krieg in alle Häuser brachte.

Nie wieder – wenigstens nicht gleich. Günter Kunert spielt damit schon kurz nach dem Krieg darauf an, wie schnell bei einigen dann doch das Vergessen einsetzte. Heute mischen Deutsche wieder militärisch mit an den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Manchmal als Blauhelmtruppe im Rahmen der Vereinten Nationen. Manchmal im Rahmen eines NATO-Auftrags. Keinen Tag hat es nach dem 8.5. 1945 gegeben, an dem es nicht an irgendeinem Ort dieser Welt zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen ist. Kriege und Gewalt gestern – Kriege und Gewalt auch heute. Opfer sind viele Soldaten und Soldatinnen, aber vor allem auch immer ganz, ganz viele Zivilisten, Alte, Kranke und Kinder. 

Umso wichtiger ist es, die Erinnerung wachzuhalten, hinzusehen und hinzuhören, damit aus den Erfahrungen von gestern und vorgestern der Blick für heute und morgen geschärft wird. 

Aber wie wird Frieden? Kann man die Botschaft vom Frieden auf die Straße bringen und auf die Kriegsschauplätze unserer Zeit, in die Slums und die Fußballstadien, in die Wohnungen und die Stadtviertel, in denen Menschen Opfer von Gewalt werden? „Gewalt überwinden zu können“- ist das nicht nur ein hoffnungsloser Traum? In vielen Situationen sogar eine Dummheit?

Jesus hat in der Bergpredigt nicht die Helden und Krieger, die Freiheitskämpfer, die Starken und Mutigen gepriesen, sondern gerade die Armen und die Sanftmütigen, die Leidtragenden und die, die hungern nach der Gerechtigkeit und die Friedfertigen.

Berühmt geworden ist seine Aufforderung: Wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Solches Verhalten erfordert sehr viel Mut. Auf Gewalt nicht mit Gegengewalt zu reagieren, den ersten, den entscheidenden Schritt zu tun, um die Spirale der Gewalt nicht noch höherzuschrauben, sondern Raum zu schaffen für Versöhnung und Frieden. Ob wir das selber auch wagen und so mutig sind?

Es fängt ja im Kleinen an. Die patzige Bemerkung des anderen nicht ebenso schnippisch zu beantworten, sondern freundlich bleiben. Die Einwände des Nachbarn gegen den Kinderwagen oder den Rollator im Hausflur nicht als persönlichen Angriff zu werten – vielleicht lässt sich ja ein Kompromiss finden. Dem Menschen, der nie Danke sagen kann, zum Geburtstag eine ganz besondere Aufmerksamkeit zu bringen. Das wäre dann der Anfang einer Kultur der Friedfertigkeit. Dazu lädt Jesus uns ein und dazu macht Gott uns Mut: „Siehe, ich weiß wohl, was Gedanken ich über euch habe, spricht Gott. Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung!“ (Jeremia 29,11)

Was wir auf alle Fälle tun können und immer wieder tun sollten: 
Wir können für den Frieden beten. Hier und überall. Wer die Hände zum Gebet zusammenlegt, kann nicht die Hand gegen einen anderen erhaben. Wer betet kann zum Friedensstifter werden.

Doch am Ende spielt es keine Rolle, woraus wir die Kraft schöpfen: ob es der Glaube an den Gott des Friedens ist oder ob es das Gespür dafür ist, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat. Entscheidend ist, dass wir zusammenrücken. In dem Wunsch und der Hoffnung: Nie wieder Krieg! 


Und der Friede Gottes, der höher reicht und weiter trägt als unser Denken und Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.


Nachlese



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